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Blutdruck

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Über die Hypertensiologie

Wenngleich der Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) eine der häufigsten Erkrankungen weltweit darstellt, werden oft lediglich besonders hohe oder sehr tiefe Blutdruckwerte wahrgenommen. Dabei ist gerade der dauerhaft erhöhte symptomfreie Blutdruck verantwortlich für eine Vielzahl gravierender Erkrankungen. Gelegentlich ist eine organische (sekundäre) Ursache erkennbar und behandelbar. Obwohl in den meisten Fällen bereits durch den Hausarzt der Bluthochdruck gut behandelbar ist, bedarf es in einigen Situationen der Unterstützung durch einen Spezialisten. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn ein Bluthochdruck in besonders jungem Lebensalter (vor dem 30. Lebensjahr) ohne erklärbaren Zusammenhang (z.B. ausgeprägte Fettleibigkeit oder familiäre Häufung von Bluthochdruck) auftritt oder trotz ausgebauter Medikation schwer behandelbar ist (therapierefraktäre Form).

Ursachen

Trotz der Häufigkeit dieser Erkrankung ist in den allermeisten Fällen (> 80 – 90%) keine auslösende Ursache erkennbar. Das Erbgut scheint dabei ebenso eine Rolle zu spielen wie das Körpergewicht, Stress und seelische Einflussfaktoren. In etwa 10 – 20% der Fälle ist tatsächlich eine organische Ursache zu finden. Eine besondere Rolle nehmen dabei als eine der häufigsten Ursachen die Nieren ein, die sowohl durch Gewebeerkrankungen (Glomerulonephritis, interstitielle Nephritis) als auch durch Verengungen der Nierengefässe das Blutregulierungssystem (Renin-Angiotensin-(Aldosteron)-System (RAS)) stören können. Auch die Nebennieren, die Schilddrüse, die Nebenschilddrüsen und nächtliche Atemaussetzer (obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS)) sind mögliche behandelbare Ursachen eines erhöhten Blutdruckes. Oft liegen auch mehrere und sich gegenseitig beeinflussende Gründe zugleich vor, die eine ganzheitliche Betrachtung dieser Erkrankung erfordern.

Folgeerkrankungen

Akute hypertoniebedingte Organschäden (z.B. Hirnblutungen, Lungenödem) treten selten und meist im Rahmen von extrem hohen Blutdruckwerten auf und stellen eine Notfallsituation dar, welche in geeigneten Zentren behandelt werden müssen. Nicht weniger schädlich ist hingegen der über viele Jahre asymptomatisch erhöhte Blutdruck, welcher zu teils schweren Endorganschäden (Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschäden, chronische Gefässverschlüsse und Netzhauterkrankungen) führen kann. Mögliche Symtpome sind Kopfschmerzen und Hitzewallungen. Bei Erstdiagnose einer Hypertonie sollte zumindest eine Nierenerkrankung als Ursache oder Folgeerkrankung sowie auch ein Organschaden am Herz und an den Netzhäuten ausgeschlossen werden.

Diagnostik

Oftmals liefert schon die Vorgeschichte (Familienanamnese, Art der Symptome, Begleiterkrankungen) einen entscheidenen Hinweis auf die Ursache des Bluthochdrucks. Die Ultraschalldiagnostik der Nieren und Nierenarterien (farbkodierte Dopplersonographie bzw. Duplex) kann Hinweise auf Verengungen der Nierengefässe oder Nierenerkrankungen liefern. Die Echokardiographie (Ultraschall des Herzens) gibt Auskunft über Veränderungen des Herzmuskels und der Herzklappen, welche infolge einer langjährigen unkontrollierten Hypertonie entstehen. Im Fall schwerer und therapierefraktärer Blutdruckerkrankungen ist eine spezialisierte Labordiagnostik wichtig. Diese umfasst Screening- und Bestätigungstests, welche insbesondere durch bestehende Blutdruckmedikamente stark beeinflusst werden und daher oft einen höheren Aufwand bei Durchführung und Interpretation erfordern. Sinnvolle Ergänzungen sind EKG-Untersuchungen und Blutdruckmessungen unter körperlicher Belastung, 24-Stunden- Blutdruckmessungen und Spiegelungen des Augenhintergrundes. Eine nächtliche Überwachung der Atmung kann Atemaussetzer als Ursache des Bluthochdruckes erfassen.

Behandlung

Abhängig von der Ursache und Ausprägung des Bluthochdruckes sind verschiedene Therapieansätze verfügbar. Die Optimierung des Lebensstils (Gewichtsreduktion, Ernährung, Rauchstop) ist fast immer erforderlich. Darüber hinaus ist eine medikamentöse Behandlung häufig notwendig. In einzelnen Fällen kann zusätzlich eine Operation beispielsweise der (Neben-) Schilddrüsen bzw. einer Nebenniere oder die Aufdehnung von Engstellen in der Nierenarterien Erfolge bringen. Ob eine invasive Behandlung erfolgsversprechend ist oder eine medikamentöse („konservative“) Behandlung zielführend ist muss im Einzelfall entschieden werden. Bei nächtlichen Atemaussetzern kann durch Anpassung einer Atemmaske zur Sicherung der Luftzufuhr eine Verbesserung des Bluthochdruckes erzielt werden.